Am 21.Mai 1911 folgten 29 Männer der Einladung von Vorsteher Wilhelm Sasse und versammelten sich in Gaststätte Carl Nacke. Nachdem mitgeteilt wurde, dass seitens der Gemeindevertretung und der Westfälischen Provinzial Versicherung die Kosten übernommen werden, beschloss man eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen. Zum Hauptmann wurde Heinrich Rienhoff gewählt, sein Stellvertreter wurde Carl Nacke. Fritz Kenter wurde Steigerführer, Franz Sauer sein Stellvertreter und gleichzeitig Schriftführer. August Deese leitete die Spritzenmannschaft und Eberhard Wiemhöfer wurde zum Gerätewart bestimmt. Weitere 25 Westönner Bürger traten der Feuerwehr, die als Verein gegründet wurde, bei. Gemäß ihrer Satzung sollte die Wehr "Leben und Eigentum der Einwohner bei vorkommenden Bränden nach Möglichkeit schützen und auf Verlangen der benachbarten Gemeinden Hilfe leisten". Fast gleichzeitig mit der Westönner Feuerwehr wurde auch eine Feuerwehrkapelle gegründet, die zunächst aus 10 Mitgliedern bestand. Die Kapelle bestand bis 1971.
Für die Feuerwehrmänner wurde für jeden Mittwoch ein Übungsabend anberaumt. Ab 1914 wurde dann 1 mal monatlich an einem Samstag geübt. Der erste Übungsabend wurde auf den 25. Juni 1911 gelegt. An diesem Abend wurden die Uniformen verteilt.
Die erste Alarmierung erfolgte am 3. Juli 1911 nachts um 3 Uhr. Es mussten Wachen für den Deutschlandrundflug aufgestellt werden. Aber wegen des Nebels konnten die Flieger in Dortmund nicht starten und kamen erst gegen 5 Uhr nachmittags. Der erste Brandeinsatz war am 10 September 1911, als das Wohnhaus der Familie Wiemhöfer in Flammen stand. Das erste Feuerwehrfest wurde mit der Feuerwehrkapelle am 4. Februar 1912 gefeiert. Im Jahre 1912 konzentrierten sich die Aktivitäten der Freiw. Feuerwehr auf die Aufbauarbeiten. Ein Steigerturm wurde am Börn errichtet und regelmäßig Übungsstunden abgehalten. Die Westönner Feuerwehr war die einzige Landgemeinde, die sich schon frühzeitig einen eigenen Steigerturm baute.
Die Folgen des ersten Weltkrieges gingen auch an der Westönner Feuerwehr nicht vorbei, 8 Kameraden sind gefallen, und zwar Fritz Kenter, Josef Fritze, Franz Fritze, Wilhelm Gerke, Carl Buchgeister, Heinrich Maibaum, Josef Hupertz und Franz Post. Bis 1927 wurde für die Chronik nichts niedergeschrieben. Am 27. März 1927 wurden die damaligen Statuten vom derzeitigen Bürgermeister Hubert Kerkhoff und dem Vorstand nochmals anerkannt. An diesem Tage wurde Heinrich Keggenhoff zum neuen Hauptmann gewählt und hatte dieses Amt bis 1957 inne. Ebenfalls wurde in diesem Jahr die Wehr mit einer Motorspritze ausgerüstet. In der Generalversammlung am 27. Februar 1930, wurde beschlossen eine Gedenktafel für die gefallenen Kameraden des Ersten Weltkrieges zu erstellen. Sie hat heute noch ihren Platz im Schulungsraum der Löschgruppe. Im Jahre 1932 wurde gegen eine Zahlung von 100 Reichsmark der Brandschutz für Oberbergstraße übernommen. 1933 war das Jahr der ersten Großbr/auml;nde und zwar auf dem Hof Koke in Niederbergstraße und in Westönnen das Wohnhaus Böhmer - Pieper. Beim Brand in Niederbergstraße waren die Kameraden so schnell, das ihnen ein Rad des Pferdefuhrwerks, worauf sich die Motorspritze befand, brach. Anstatt aufzugeben, fuhren sie einfach weiter und kamen auf drei Rädern an der Brandstelle an und konnten das Feuer bezwingen.
Am 10. Mai 1936 feierten die Wehrmänner und die Bevölkerung das 25 jährige Bestehen. Gleichzeitig fand der Kreisfeuerwehrverbandstag in Westönnen statt. 15 auswärtige Wehren mit über 500 Feuerwehrmännern wurden als Gäste begrüßt.
Es wurde eine große Übung auf dem Hof Ebell-Schulte abgehalten. Die Kameraden der Feuerwehrkapelle, ebenfalls 25 Jahre alt, sorgten für die musikalische Umrahmung.
Das erste Spritzenhaus befand sich an der Weststraße, in dem ab und zu auch kleine Diebe je nach Straftat für mehrere Tage eingesperrt wurden. Das zweite Gerätehaus befand sich an der Breitenstraße, wurde aber für die polizeilichen Zwecke nicht verwandt.
Am 24. Juni 1937 morgens um 9 Uhr war auf dem Hof Sasse ein Brand ausgebrochen; und zwar auf dem Dachboden. Durch schnelles Eingreifen und guter Wasserverhältnisse, es war ein Feuerlöschteich auf dem Hofgelände, konnte das Feuer im Keim erstickt werden.
In den Jahren 1937 bis 1939 wurden Luftschutz- und Verdunkelungsübungen abgehalten.
In den Kriegsjahren gab es folgende Einsätze:
17.10.1940 Brand der Feldscheune bei Hubert Kerkhoff
17.05.1943 Möhnekatastrophe, wo die Wehrmänner mehrere Tage in Wickede im Einsatz waren
07.04.1945 beim Einzug der Amerikaner ins Dorf wurden durch Panzerbeschuß 4 Brände ausgelöst. Es konnte aber keine Hilfe geleistet werden.
Auch im zweiten Weltkrieg verlor die Feuerwehr 11 Kameraden auf den Schlachtfeldern. Es waren: Wilhelm Topp, Heinrich Brandt, Berhard Pater , Heinrich Rienhoff, Wilhelm Telgenböscher, Heinrich Langenhorst, Heinrich Schmitz, Fritz Theophile, Johannes Hennemann, Heinrich Kiko und Franz Grote.
Nach den Kriegsjahren wurde mit dem Neuaufbau der Wehr begonnen.
Unter Gemeindebörgermeister Böhmer wurde dann 1952, mit dem Bau eines Gerätehauses in der Nähe der Schule begonnen. Es bot Raum für 2 Fahrzeuge und ist noch heute das Domizil der Feuerwehr Westönnen. Ebenfalls wurde ein TSA (Tragkraftspritzenanhänger) und ein Tankwagen mit 2000 l Fassungsvermögen angeschafft.
Großbrände in den 50er Jahren waren bei:
| 1957 Kesselhausbrand | Schulmöbel Hering |
| 1958 Viehhausbrand durch Blitzschlag | Bohle Oberbergstr. |
| 1959 Viehhausbrand | Hering Oberbergstr. |
| 1959 Brand der Feldscheune | Habrock Oberbergstr. |
Am 10. Juli 1957 gab der langjährige Brandmeister Heinr. Keggenhoff bekannt, dass er nach 46-jähriger Feuerwehrtätigkeit, davon 30 Jahre als Brandmeister, zurücktreten und das Heft in jüngere Hände legen wolle. An diesem Abend wurde Josef Holthoff zum neuen Brandmeister gewählt.
Es wurden auch Ende der 50er Jahre mehrere Übungen mit der Feuerwehr Mawicke abgehalten.
Großeinsätze in den 60er Jahren waren bei:
| Brand der Scheune und des Viehhauses | Wibbeke Oberbergstr. |
| Brand | Stewen |
| Hochwasser | Niederbergstraße |
Am 05. November 1961 jährte sich das Bestehen der Feuerwehr zum 50. Mal. Die Jubiläumsfeier wurde wegen der großen Notlage in der DDR und der Errichtung der Mauer, nur im kleinen Rahmen mit der Feuerwehrkapelle gefeiert.
Am 03. März 1962, war es endlich soweit, dass neue Löschgruppenfahrzeug LF 8, wofür Brandmeister Holthoff solange gekämpft hatte, traf in Westönnen ein. Man freute sich so sehr, dass ein Kamerad die Sirene auslöste und das ganze Dorf wissen lies: unser Auto ist da.
Am darauf folgenden Sonntagmorgen wurde das Fahrzeug öffentlich seiner Bestimmung übergeben. Die kirchliche Segnung nahm Pfarrer Paul Witte vor.
Am 09. Juli 1964 gab es wieder eine Neuerung in Westönnen. Man war dem ZB beigetreten und ein TLF 8 wurde aus Bonn abgeholt. In der 212. Katastrophenschutzbereitschaft wurden in den ersten Jahren viele Übungsstunden, besonders an den Wochenenden, abgehalten. Der zweite Zug dieser Bereitschaft bestand aus Ostönnen, Schwefe, Klotingen und Westönnen. Am 28. Juli musste das TLF 8 seine Feuertaufe bestehen, denn vermutlich durch Funkenflug einer Dampflokomotive, geriet ein 135 Morgen großes Weizenfeld auf Haus Lohe, in Brand. 40 Morgen wurden ein Raub der Flammen. An dem Einsatz nahmen noch die Wehren aus Werl, Soest und Ostönnen teil.
Großbrände traten in den 60er Jahren noch wie folgt auf:
| 22. Febr. 1963 | Wohnhaus und Viehhausbrand bei Sasse |
| 03. Nov. 1964 | Viehhaus- und Scheunenbrand bei Stemann Oberbergstr. |
| 09 Sep. 1969 | Wohnungs- und Viehbausbrand bei Meermann Niederbergstr. bei diesem Einsatz waren die Kameraden 31 Std. tätig. |
Beim Hochwasser am 17.07.1965 in Hovestadt, wurde für alle Wehren des Kreises Soest Katastrophenalarm ausgelöst.
Ein besonderes Kapitel Feuerwehrgeschichte lieferte das Jahr 1968. Am 14.01. und 22.01. waren die KelIer der Polizeistation am Heideweg durch stark einsetzendes Tauwetter überflutet. Am Samstag, den 15.06.68 war es am schlimmsten. Nach starken Regenfällen wurde die Westönner Feuerwehr um 17.50 Uhr alarmiert. Einsatzort war Brunnberg in Bittigen. In Sieveringen kam das Wasser schon 40 cm hoch von Bilme herunter. In Bittingen angekommen bot sich ein Bild des Grauens. 1 m hoch flutete das Wasser über den Hof. Die Mannschaft des TLF 8 wurde hier zum Retter von 2 Menschenleben. Ein Pkw war von der Flut erfasst und gegen einen Lichtmast gedrückt worden. Die Insassen wurden angeseilt und aus der Gefahrenzone befreit und gerettet. Kurz darauf kam der Bescheid, sofort nach Hause, Westönnen steht auch unter Wasser. In Westönnen war es genauso schlimm. Ein Großteil der Häuser und Keller waren überflutet. Die Wehren von Werl und Herzfeld wurden zur Unterstützung eingesetzt. Die Westönner Wehr war bis Sonntag um 18 Uhr im Einsatz, also 24 Std. ununterbrochen. Brandmeister Holthoff schickte die Kameraden nach Hause. Auch in den nächsten Tagen mussten noch Keller ausgepumpt und Fahrbahnen vom Schlamm gereinigt werden.
Am 13. Mai 1969 erhielt UBM Ferdinand Hershoff das Feuerwehrehrenzeichen der Sonderstufe in Gold aus der Hand des OKD (Oberkreisdirektor) Harling. Diese hohe Auszeichnung erhielt er für seinen selbstlosen Einsatz bei der Rettung der Menschenleben, beim Hochwasser am 15.06.68.
1968 -1969 wurde Westönnen an die Wasserleitung angeschlossen. Dadurch war man nicht mehr so sehr auf die Feuerlöschteiche und Brunnen angewiesen.
Am 01. Juli 1969 im Zuge der kommunalen Neuordnung, kam die Freiwillige Feuerwehr Westönnen zur Stadt Werl und trägt seitdem den Namen, Löschgruppe Westönnen. Erster Wehrführer wurde HBM Wilh. Cordes, sein Stellvertreter Franz Hallermann aus Holtum. Am 07. Februar 1970 stand ein Führungswechsel bevor, denn Brandmeister Holthoff trat zurück. 13 Jahre hatte er der Wehr vorgestanden. Als neuer Löschgruppenführer wurde UBM Ferdinand Hershoff gewählt. Auch in den 70er Jahren wurde die Löschgruppe zu mehreren Großbränden gerufen. Besonders hervorzuheben sind die drei Brände an der Union in Werl, die sich Ende 1970, Anfang 1971 zutrugen.
Am 11. September 1971 wurde aus Anlass des 60-jäährigen Bestehens der LG Budberg, Büderich und Westönnen der Feuerwehrtag der Stadt Werl abgehalten. Es wurde eine große Übung mit den 3 Löschgruppen, dem DRK und den belgischen Heeresfliegern durchgeführt.
Als nächstes sind die 3 Großbrände 1971 am 25.Okt. bei Vogelsang um 17.45 Uhr, am 27. Okt. bei Gerke um 0.40 Uhr und am 30. Okt. um 0.30 Uhr bei Keweloh zu erwähnen. Bei diesen Bränden wurde die LG vom Löschzug Stadtmitte und der LG Mawicke unterstützt. Nach diesen Bränden herrschte große Aufregung im Dorf. Auf den Bauernhöfen wurden Scheunen und Stallungen fest verschlossen. Jeder fragte sich: wer ist der Nächste?
Am 01. März 1975 legte Löschgruppenführer Ferdinand Hershoff aus persönlichen Gründen, sein Amt nieder. Neuer Löschgruppenführer wurde Günter Preker.
Um ihre Schlagkräftigkeit bei Brandeinsätzen zu erhöhen, erhielt die Löschgruppe 1975 drei Atemschutzgeräte.
1979 zog die Löschgruppe endlich in den lang ersehnten Schulungsraum ein. Dieser befindet sich auch heute noch in einem Klassenraum der alten St. Josef Grundschule.
Ein weiterer Großbrand in Westönnen war am 08. März 1981, auf dem Hof Ebell- Schulte, hier brannte das ehemalige Viehhaus. Am 21. März 1981 verstarb plötzlich und unerwartet unser Löschguppenführer Günter Preker.
Am 02. Mai 1981 wurde UBM Udo Clemens von seinen Kameraden zum neuen Löschgruppenführer vorgeschlagen. HBM Cordes setzte den stellvertretenden Löschgruppenführer UBM Herbert Bonnekoh kommissarisch zum Löschgruppenführer ein, bis Udo Clemens seinen F III Lehrgang, an der Landesfeuerwehrschule in Münster absolviert hatte. Im Januar 1982 wurde er dann vom Wehrführer eingesetzt. Am 06. Februar 1982 wurde BM Franz-Josef Tolles einstimmig zum Zugführer für die LG Westönnen und Mawicke bestimmt.
Da Westönnen am Fuße des Höhenzuges der "Haar" liegt, blieben Überschwemmungen nie aus. So erwähnt das Kirchenbuch Westönnen Ende Juni 1766 eine "Wasserflut in Westönnen", und im November 1890 kam es zur so genannten "Katharinenflut". Besonders betroffen war die hiesige Gegend jedoch bei den Hochwassern 1968 und 1981. In Nachbardörfern starben sogar Menschen. Wassermassen ergossen sich über Westönnen, die Flut mit Wasser und Schlamm zerstörte vieles; tagelang mussten die Bewohner Wasser und Schlamm aus ihren Häusern und von den Straßen wegschaffen. Aus diesem Grunde wurden an der Haar einige Regenrückhaltebecken gebaut. Zudem wurden Regenüberlaufbecken in Westönnen selbst errichtet und der Mühlenbach teilweise begradigt.
Eine neue Überraschung gab es am 05. November 1982. Das alte Löschgruppenfahrzeug hatte seinen Dienst nach 20-jährigem Einsatz getan. Somit erhielt die Löschgruppe Westönnen ein neues LF 8. Es wurde am 26. April 1983 durch die Stadt Werl übergeben. Pfarrer Alfred Krause nahm die kirchliche Einsegnung vor.
1989 wurde das Gerätehaus in Eigenleistung umgebaut, um dem neuen LF 16 TS ausreichend Stellfläche bieten zu können. Mit diesem Fahrzeug wurden die Einsatzmöglichkeiten und die Schlagkraft der Löschgruppe wesentlich verbessert. 1993 wurde die Katastrophenschutzbereitschaft kurzzeitig aufgelöst, um einige Jahre später wieder neu formiert zu werden. Es wurden drei Löschzüge ins Leben gerufen:
Löschzug 1: Möhnesee, Westönnen, Wickede
Löschzug 2: Geseke, Soest, Warstein-Mülheim
Löschzug 3:Lippetal, Rüthen, Warstein
Der Schlauchwagen SW 2000 aus Ense wird den Zügen bei besonderem Bedarf zugeteilt. Die Zugbildung dient der &uum;berörtlichen Hilfeleistung gröszlig;eren Umfangs. Die Vorwarnzeit bis zum Ausrücken eines Löschzuges beträgt z.Z. 4 bis 6 Stunden.
Aber nicht nur die Brandbekämpfung sondern auch die Brandverhütung stehen auf dem Dienstplan der Kameraden. Bei regelmäszlig;igen Besuchen der beiden Kindergärten, im Rahmen der Brandschutzerziehung, wird den Kindern gezeigt, wie gefährlich das Spiel mit dem Feuer ist und wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen und Hilfe rufen können.
Besuche der Feuerwehrfeste der befreundeten Wehren aus Ense, Werl, Soest und Möhnesee, des Sommerfestes des Jugendspielmannszuges, der Sportwerbewoche von Rot-Wieß Westönnen, des Kapellenfestes in Niederbergstraße, Teilnahme am Vereinpokalschießen der Schießgruppen des Schützenvereins sowie an den Schützenfesten in Westönnen und Mawicke zeigen, dass die Löschgruppe Westönnen ein fester und sehr aktiver Bestandteil des Dorflebens ist. Dies zeigt sich besonders durch das Heiligenhäuschen an der Ecke Auf´m Hackenfeld/Elwieden. Diese Heiligenhäuschen ist eine Station der Brandprozession, die zur Erinnerung an die Brandkatastrophe 1829 begangen wird.
Am 20.Mai 1829 kam es im Dorfkern von Westönnen zu einer Brandkatastrophe. 6 Höfe brannten bis auf den Grund ab.
Am Morgen des 20. Mai hatte man in Wiggers Schmiede auf dem Bruch ein Wagenrad mit eisernen, glühenden Reifen überzogen und vernietet, und dann das Rad zur Abkühlung nach draußen gerollt. Hier war es einem Haufen vor der Schmiede liegenden Strohs zu Nahe gekommen und hatte diesen entzündet. Durch den brennenden Strohhaufen war auch die Wiggersche Besitzung in Brand geraten, und da ein starker Nordostwind herrschte und es längere Zeit sehr trocken gewesen war, sprang das Feuer auf den benachbarten Steven´schen Hof (jetzt Sasse) über. Von hier griff das Feuer auf die angrenzende Wegemann´sche Besitzung (Romberg/ Heimann) über. Inzwischen hatte sich der Wind nach Osten gedreht, wodurch der Ruhfaut Hof (Vogelsang) verschont blieb, dagegen Brandts Hof in Flammen aufging. Dann sprang das Feuer auf Tillmann´s Hof (später Franz Hufelschulte) über und legte diesen in Schutt und Asche. Nun hoffte man, dass das Feuer nicht mehr weiter ausbreiten könnte, da nun das ganz aus Steinen erbaute "Steinerne Haus" (die "Burg") folgte. Doch plötzlich stand das südwestlich dahinter liegende Wohnhaus Hufelschulte sowie der Büscher´sche Hof in Flammen. Es soll dadurch gekommen sein, dass eine brennende Speckschwarte von Tillmanns Hof durch die Luft geflogen und auf dem Dach des Büscher´schen Hofes gelandet sei. Aufgrund dieser Katastrophe begehen die Westönner jedes Jahr an Christi Himmelfahrt die so genannte Brandprozession.
2001 die hat die Feuerwehr die Pflege des Heilighäuschens von der Familie Romberg übernommen. Die Männer der Löschgruppe gaben sich aber nicht mit der Pflege zufrieden, sondern gingen daran, das Häuschen völlig umzubauen. Sie rodeten den inzwischen verwilderten Baum- und Buschbestand und sorgten für eine neue Grünanlage. Die Quelle, die zu dem etwa 100 Quadratmeter großen Grundstück gehört, wurde neu eingefasst und erhielt einen schönen, soliden Abfluss. Das Heilighäuschen wurde mit Westönner Bruchstein verkleidet und erhielt ein Kupferdach. Ebenso wurde Weg zum Heilighäuschen mit einer Bruchsteinmauer eingefasst. Die Arbeiten wurden hauptsächlich von den Kameraden der Alters und Ehrenabteilung, sowie von einigen aktiven Wehrmännern in Eigenleistung durchgeführt.
Das neue LF 16 TS hatte viele Gerätschaften an Bord, leider kein Wasser. Der Verlust des Unimog TLF8/8 mit seinem 800 Liter Wasser fassenden Tank tat den Kameraden von Westönnen sehr leid. Zu jedem Brandeinsatz rückten jetzt das Tanklöschfahrzeug aus Stadtmitte mit aus. Nach langen Verhandlungen zwischen der Stadt Werl, dem Kreis Soest und der Löschgruppe wurde Anfang 2004 das LF 16 TS aufgerüstet und mit einem 750 Liter fassenden Wassertank versehen. Am 26.04.2002 wurde die erste Übung mit dem umgebauten Fahrzeug gefahren. Das Wasser aus dem Tank wird mittels der Vorbaupumpe entnommen. Wegen des erhöhten Gewichtes musste das Gesamtgewicht der LF 16 TS von 9 Tonnen auf 9,8 Tonnen erhöht werden.
Das Gerätehaus an der Breiten Str. aus dem Jahr 1952 platzte aus allen Nähten. Jahrelang wurde ein Ersatzplatz für einen Feuerwehrstützpunkt gesucht. Die Vorstellungen der Stadtverwaltung, des Ortsvorstehers und der Löschgruppe passten oft nicht zusammen. Mal war es die Unmenge an Eigenleistung, die von der Löschgruppe seitens der Stadt Werl gefordert wurde, dann die Verkehrsführung bzw. die engen und kurvenreichen Straßen oder das Verkehrsaufkommen bei Veranstaltungen in der Schützenhalle, die gegen die ins Auge gefassten Plätze sprachen.
Ende 2005 dann der Durchbruch, ein Grundstück, damals als Ackerland genutzt, an der Breiten Str. gelegen konnte seitens der Stadt Werl erworben werden. Mit dem Verkäufer, dem Generalvikariat des Erzbistums Paderborn, wurde man handelseinig, die restliche Fläche welche die Feuerwehr nicht benötigte, wurde zu Bauland.
Am 10.06.2006 erfolgte der erste Spatenstich für den neuen Feuerwehrstützpunkt Westönnen. Die Grundsteinlegung konnte am 20.07.2006 gefeiert werden und bereits am 11.08.2006 war das Richtfest. Die Löschgruppe Westönnen hatte 2.500 Stunden Eigenleistung mit der Stadtverwaltung Werl vereinbart. Letztendlich wurden daraus rund 6.000 Stunden Arbeitsleistung incl. den Feierlichkeiten zur Einweihung am 19.05.2007 und dem Tag der Offenen Tür am 20.05.2007. Neben den vielen Helfern aus dem Dorf waren zahlreiche befreundete Wehren und Besucher erschienen um mit der Löschgruppe Westönnen zu feiern.
Der Löschgruppenführer Udo Clemens nutzte diesen Höhepunkt seiner Karriere um nach über 25 Jahren als Löschgruppenführer zurückzutreten und einem jüngeren Kameraden das Ruder in die Hand zu geben. Bei einer Anhörung am 20.06.2007 wurde der bisherige Stellvertreter Stefan Fritze als Löschgruppenführer gewünscht und vom Wehrführer ernannt. Mit Axel Horlbeck rückte ein neuer Stellvertreter nach.
Während der Jahresdienstversammlung 2006 gründeten die aktiven Wehrleute und die Kameraden der Ehrenabteilung den Förderverein Freiwillige Feuerwehr Löschgruppe Westönnen e.V. . Dieser Förderverein übernahm die geldlichen Dinge, sowie die Ausrichtung von Festen und die Betreuung der Mitglieder. Diese setzen sich aus Feuerwehrangehörige und Freunde und Förderer der Feuerwehr zusammen. Während der Einweihungsfeierlichkeiten des neuen Stüützpunktes wurde fleißig, um zahlende Mitglieder für den Förderverein geworben. Ende 2007 konnte der Förderverein bereits 205 Mitglieder betreuen. Die Löschgruppenführung kümmert sich jetzt um die personelle und technische Ausstattung, die Ausbildung der Kameradinnen und Kameraden sowie um die Abarbeitung der Einsätze und Übungsabende.
Ein neues Fahrzeug, ein "Dekon-P", konnte die Freiwillige Feuerwehr Westönnen am 15.01.2009 in Empfang nehmen. Dieses Fahrzeug wurde auf dem Tag der Offenen Tür am 16.05.2009 eingesegnet und der Bevölkerung vorgestellt. Der Dekon-P ergänzt den ABC-Zug der Stadt Werl, in dem Feuerwehrleute aus fast allen Löschgruppen zusammenarbeiten. Aus der Löschgruppe Westönnen wurden umgehend 15 Personen im Aufbau eines Dekontanimierungsplatzes und den damit verbundenen Aufgaben und Gefahren unterrichtet. Es fehlen noch Gerätschaften für dieses Fahrzeug, aber mit der vorhandenen Grundausstattung kann ein Notdekonplatz bereits eingerichtet werden.
Man sieht, dass der Terminkalender der Löschgruppe Westönnen sehr gut gefüllt ist und zahlreiche Aktivitäten und Initiativen von der Löschgruppe durchgeführt werden. Die feststehende Termine des Jahres sind im Folgenden aufgelistet:
Feste Termine der Feuerwehr Westönnen:
| Januar: | Kameradschaftsabend mit Karnevalsprogramm von den Aktiven gestaltet und anschl. Tanzabend |
|---|---|
| Mai/Juni: | Begleitung des Allerheiligsten bei der Brandprozession und Verlesung der Lesungen und Fürbitten an den einzelnen Stationen, Leistungswettkämpfe der Freiwilligen Feuerwehren. Hier treten die Feuerwehren an, um sich von Schiedsrichtern beim Löschangriff, sportlichen Teil, Knoten und Stichen, technischen Teil und schriftlichen Fragen beurteilen zu lassen. Seit 2007 "Tag der offenen Tür" am Stützpunkt anstatt des Feldgottesdienstes an der Schützenhalle. |
| Oktober: | Wandertag durch die Soester Börde oder im Sauerland|
| November: | Floriansabend, Säuberung des Ehrenmals, Gottesdienst mit anschl. Kranzniederlegung am Ehrenmal und gemütlichem Beisammensein im Schulungsraum, Ehrungen der Kameraden, die an den Leistungswettkämpfen teilgenommen haben, Volkstrauertag, Stellung von Kranz- und Fackelträgern, Teilnahmen an den Feierlichkeiten Martinszug: Begleitung und Sicherung des Martinszuges |
| Dezember: | Hydrantenüberprüfung der gesamten 115 Hydranten in den Ortsteilen Westönnen, Ober- und Niederbergstraße. Gleichzeitig werden die Hydranten winterfest gemacht. Weihnachtsfeier für die Frauen und Freundinnen der Feuerwehrleute als "Dankeschön" für die Unterstützung und das Verständnis für unsere Arbeit |
Bericht : Stefan Fritze, Matthias Plattfaut und Hubert Post